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Landesverband Amateurtheater Rheinland-Pfalz e.V.

In Memoriam

12. März 2001: Wolfram Wagner (Dumnissus Kirchberg)

Sein Leben war das Theater

Sein unermüdlicher Einsatz galt der Entwicklung der Hunsrücker Schauspielszene. Wolfram Wagner erlag am 12. März 2001 einem Krebsleiden. Viele kannten „WoWa“, wie er im Hunsrück genannt wurde, von den Brettern, die seine Welt waren. Die Theaterbühne war WoWas Heimat. Unvergessen sein selbstgeschriebenes Stück „Die Holzaktion“, ein Nachkriegsabenteuer im Hunsrück. Was er für die Schauspielerei im Hunsrück gtan hat, ist kaum zu bemessen.

 

In Simmern wurde Wolfram Wagner am 28. Oktober 1925 geboren. Schon früh widmete er sich seiner späteren Leidenschaft, die im September 1975 in die Gründung der Kirchberger Theatergruppe „Dumnissus“ mündete. In Dumnissus (Kirchberg-Denzen) hat WoWa auch zusammen mit seiner Ehefrau Elfriede gelebt.

 

Er starb zu Hausen – nicht, ohne für die Fortführung seines unermüdlichen Engagements für das Hunrücker Theater gesorgt zu haben. 15 Jahre hatte WoWa die Geschicke der Gruppe „Dumnissus“ gelenkt, bevor seine langjährige Weggefährtin auf der Theaterbühne, Eva-Maria Schneider aus Kirchberg, den Vorsitz übernahm. Als „Mäthes Patt“ und „Marie Good“ in Edgar Reitz‘ „Heimat“-Epos erlebten die beiden einen Höhepunkt ihres künstlerischen Schaffens. Fortan übernimmt die Theatergruppe „Dumnissus“ die Fortführung des Freiluft-Theaters „Pützbacherkopp“ bei Gemünden.

 

Die Freilichtbühne hat WoWa von 1976 bis 1985 selbst gebaut. Ein Jahr später war Premiere mit „Julchen und Hannes“, ein Stück von Wolfram Wagner und gespielt von „Dumnissus“. Seit 1989 treten jeweils fünf Hunsrücker Theatergruppen bei den Festspielen auf dem Pütz auf. „Kultur in der Natur“ lautete WoWas Wahlspruch.

 

Den „Hunsrücker Theaterpreis“ hat Wolfram Wagner erstmals für die Jahre 1982/83 gestiftet. Neun Preisträger gab es seither. Den zehnten hat er noch vor seinem Tod bestimmt. Alle weiteren wird ein Gremium aus fünf ehemaligen Preisträgern bestimmen. Die Förderung des Theaternachwuchses lag Wagner ebenfalls am Herzen. Vor drei Jahren hatte Wolfram Wagner sich stark für einen Zusammenschluß von zehn Theatergruppen des Kreises gemacht, um dadurch Fördermittel für die Jugendarbeit bewilligt zu bekommen.

 

Dies gelang. Nachwuchsschauspieler bilden sich heute mit Hilfe von öffentlichen Geldern weiter und lernen gemeinsam.

 

Der Zufall will es, daß WoWas Dumnissus-Freunde fast zeigleich mit seiner Beerdigung auf der Bühne stehen werden. Das Lustspiel „Hier sind sie richtig“ steht auf dem Programm. „So ist das Leben, so ist das Theater“ habe WoWa immer gesagt, erinnert sich Eva-Maria Schneider. Somit ist es keine Frage, daß die Aufführungen wie geplant stattfanden. Und daß es ein Lustspiel ist, ist ganz im Sinne WoWas.

 

(Rhein-Hunsrück-Zeitung, 13.03.2001)

 

Mit tiefem Bedauern nehmen wir Abschied von Wolfram Wagner, dem Gründer und Initiator der Theatergruppe „Dumnissus“. WoWa war in seinen Schaffensjahren uns immer ein guter und lieber Freund gewesen. Einer, den der Tod zu früh und jäh aus unserer Mitte riss.

 

Wir gedenken seiner mit allem Respekt.

 

Vorstand des Landesverbandes Amateurtheater Rheinland-Pfalz e.V.

 

Bericht im Vorhang auf 1/2001.

 

Foto: www.heimat-fanpage.de