Ausschreibungsübersicht
des Landes- und Bundesverbands
Die Zukunft war früher auch besser.
Karl Valentin
Stimmt das? Wieviel Ironie, Sarkasmus steckt in dem Zitat? Aldous Huxley zeichnete in seinem 1932 erschienen Roman Schöne neue Welt die Utopie einer Gesellschaft voller Kontrolle, Unfreiheit und Totalität. George Orwell legte 1949 mit dem Roman 1984 nach. Beide Autoren zeichneten das düstere Bild einer dystopischen Zukunft, in der Wissenschaft, Technik und Medien den einzelnen Menschen bis in intimste Bereiche bestimmen und steuern.
Die Wirklichkeit im Jahr 2026 hat diese Szenerie in Teilen längst ein- und überholt. Vor 500 Jahren kämpften die Bauern und Handwerker zwischen Oberschwaben, Allgäu und Bodensee um Freiheitsrechte in totalitären, feudalen Herrschaftsstrukturen und setzten mit ihren an Freiheit und Gleichheit orientierten Zielen erste Impulse auf dem Weg zu den freiheitlichen Gesellschaften, die heute möglich sind, wenn auch immer wieder gefährdet.
Unsere Freiheit heute gerät von vielen Seiten unter Druck. Mediale Giganten beeinflussen unser Konsumverhalten, unser Denken, die Gestaltung unserer Beziehungen, unsere Haltungen. Wir machen mit, denn versprochen ist eine bequeme neue Welt. Freiwillig liefern wir unsere Daten und damit uns aus. Künstliche Intelligenz erleichtert Prozesse im Alltag, in der Arbeitswelt, nimmt uns vieles ab, wenn nicht alles. Wir werden eingeordnet oder ordnen uns bereitwillig in mediale Blasen ein. Social Media-Plattformen bestimmen die Formen unserer Kommunikation bis hinein in die Ästhetik.
Wo bleiben wir als Menschen und Individuen? In welcher Welt leben wir, wollen wir leben? Was bedeutet das alles für unsere Gesellschaft? Wie gehen wir miteinander um? Funktioniert überhaupt noch eine Kommunikation, die über die jeweiligen „Follower“ hinausgeht? Können wir uns über unterschiedliche Positionen noch unterhalten? Finden wir Wege, die uns über das Trennende hinaus zusammenführen? Kann es so noch einen gesellschaftlichen Zusammenhalt geben?
Welche Inhalte und Formate finden wir mit unserer Kunstform „Theater“, dieses Trennende, Ausgrenzende, Gefährdende, aber auch Verbindendes und Zusammenführendes auf die Bühne zu bringen? Wie füllen wir die Freiheit der Theaterkunst im Leben? Welche Formen und Haltungen entwickeln wir, uns über unsere Unterschiede und Wahrnehmungen auszutauschen und zu versöhnen? Was kann Amateurtheater, Jugend- und Schultheater dazu beitragen, dass es Grund für einen optimistischen Blick gibt: Auf dass die Zukunft besser werde als die Gegenwart verspricht. Oder mit Rückgriff auf Valentin: Später wird die Zukunft auch wieder mal besser.
Teilnahmebedingungen und Infos zur Anmeldung
Der bundesweite Theater-Wettbewerb andersartig gedenken on stage erinnert an Menschen mit Behinderungen, die im Nationalsozialismus ermordet wurden. Schultheater und inklusive Erwachsenen-Theater sind eingeladen, Stücke über die Biografien der NS-"Euthanasie"-Opfer zu entwickeln und Bezüge zu aktuellen diskriminierungskritischen Themen herzustellen.
Am 25. November 2024 um 17.00 Uhr findet eine Online-Infoveranstaltung statt.
>> mehr erfahren
Seit 2013 lädt InterKultour jedes Jahr im Sommer interessierte Jugendliche im Alter von 16 bis 21 Jahren aus Frankreich und Deutschland ein, um bei einer deutsch-französischen Theaterreise ein gemeinsames Stück zu erarbeiten. 2026 findet InterKultour vom 9. bis 23. August 2026 statt. Die Theaterwerkstatt beginnt in Stuttgart am 9. August. Am 16. August fährt die Gruppe gemeinsam nach Reims in Frankreich, wo die kreative Theaterarbeit bis zum 23. August fortgesetzt und mit der Vorstellung des Stücks gekrönt wird.
Unter dem Motto „Identitäten, Realitäten und Illusionen“ setzt sich die Gruppe in diesem Jahr künstlerisch mit Selbstinszenierung im Zeitalter von Social Media und KI auseinander. Zwölf junge Erwachsene aus Deutschland und Frankreich erforschen gemeinsam, wie Selbstbilder entstehen, wie Bilder unsere Wahrnehmung prägen und was es heute bedeutet, „man selbst“ zu sein.
Ihr könnt mitmachen, wenn ihr zwischen 16 und 21 Jahren alt sein. Kenntnisse der französischen Sprache sind keine Voraussetzung zur Teilnahme. Wir erheben einen Teilnahmebeitrag in Höhe von 320 €. Unterkunft und Verpflegung in Deutschland und Frankreich (teilweise in Mehrbettzimmer) sowie Transferkosten zwischen Deutschland und Frankreich, Freizeitangebote und Workshopteilnahme sind im Preis inbegriffen.
Falls ihr Interesse oder Fragen habt, meldet euch bei Francisca Muia: [email protected].
Im Jahr 2026 ist es wieder soweit. Das Deutsche Kinder-Theater-Fest findet zum 11. Mal statt. Vom 24. bis 27. September 2026 verwandelt sich das LATIBUL Zirkusgelände in Köln in einen Ort voller Fantasie, Begegnung und kreativer Energie. Das 11. Deutsche Kinder-Theater-Fest lädt ein – unter dem Motto „Auf nach Utopia!“
In diesem Rahmen werden Theatergruppen mit Kindern aus der 1. bis 6. Klasse – ob aus Schulen, Theatern, Gemeinden oder anderen Zusammenhängen – gesucht.
Hierzu geben wir euch einige Tipps an die Hand, worüber sich die U12- und Ü24 Expert*innen (Jury) besonders freuen:
- Partizipation: Kinder gestalten aktiv mit – auf und hinter der Bühne
- Vielfalt der Mittel: Einsatz unterschiedlicher theatraler Formen und Ausdrucksweisen
- Mut: Auseinandersetzung mit relevanten Themen
- Freiheit: Keine inhaltliche Vorgabe – euer Thema zählt
Die Stücke müssen sich nicht am Festivalmotto orientieren. Alle Themen sind willkommen!
Was sind die Rahmenbedingungen vor Ort?
- Spielort: Zirkuszelt
- Technik: Mikroports werden gestellt
- Bühnenbild: Schnell auf- und abbaubar (keine Lagermöglichkeiten für große Teile)
- Spieldauer: Max. 45 Minuten
- Klassen, aus denen die Teilnehmenden kommen: 1 bis 6
Was bietet das Festival?
- kostenfreie Teilnahme, Unterkunft in der Jugendherberge direkt am Festivalgelände sowie Verpflegung
- ein vielfältiges Rahmenprogramm und Begegnungen mit anderen Theatergruppen
- einen Fachaustausch für Spielleitungen und Interessierte der Kulturvermittlung direkt auf dem Gelände
Das Festival ist kein Wettbewerb - es geht um Austausch, gemeinsames Feiern und gegenseitige Stärkung.
Info & Bewerbungsformular
Seit 2010 vergibt der Rhein-Pfalz-Kreis im zweijährigen Rhythmus den Amateurtheaterpreis SCHAPPO.
Der Rhein-Pfalz-Kreis stärkt mit der Vergabe des Preises die vielfältige und lebendige Amateurtheaterszene in der Metropolregion Rhein-Neckar und fördert dieses kulturelle wie generationenübergreifende ehrenamtliche Engagement.
Die Ausschreibung richtet sich ausschließlich an Amateurtheater in der Metropolregion Rhein-Neckar. Dabei sind lediglich Amateurschauspieler*innen zugelassen. Schultheater sind von der Teilnahme ausgeschlossen.
Eine Fachjury wird aus den eingesendeten Beiträgen drei Ensembles auswählen. Diese sind verpflichtet, ihr Theaterstück am 09./10. oder 16. Oktober 2026 bei den Amateurtheatertagen im Carl-Bosch-Haus, Maxdorf, aufzuführen.
Am 17. Oktober 2026 werden beim „SCHAPPO-Abend“ die Preisgelder und der Publikumspreis überreicht. Die drei Siegerensembles erhalten jeweils ein Preisgeld von 2.000 Euro, der Publikumspreis ist mit weiteren 1.000 Euro dotiert. Dieser wird auf Grundlage der Zuschauerbewertungen der drei Aufführungen ermittelt.
Die Bewerbung erfolgt über eine Filmaufnahme der Inszenierung, die dann auch bei dem Amateurtheatertagen aufgeführt wird. Die Aufnahme senden Sie per Cryptshare an: [email protected].
Im Herbst 2026 hält im Rahmen der 30. HEIDELBERGER THEATERTAGE einmal mehr die deutschsprachige Freie Theaterlandschaft Einzug in Heidelberg. Vom 15. Oktober bis zum 1. November lädt der Freie Theaterverein Heidelberg e. V. Ensembles aus dem gesamten deutschsprachigen Raum zum Wettbewerb um den HEIDELBERGER THEATERPREIS und unseren Wanderpokal „Heidelberger Puck“ in das TiK – Theater im Karlstorbahnhof ein.
Dieser in der Region einmalige Preis ist mit insgesamt € 1.500 und freien Auftrittstagen im TiK dotiert. Mit dem HEIDELBERGER THEATERPREIS werden Produktionen ausgezeichnet, die durch Ideenreichtum, Originalität und handwerkliches Können überzeugen und dem freien Schauspiel neue Impulse geben.
Bewerben können sich alle Freien Sprechtheater-Produktionen für Erwachsene.
BITTE BEACHTEN
Nur vollständig eingereichte Unterlagen werden bei der Bewerbung berücksichtigt! Postalisch eingereichte Bewerbungsunterlagen können nur zurückgeschickt werden, wenn ein ausreichend frankierter und adressierter Rückumschlag beigefügt ist.
POSTANSCHRIFT:
Freier Theaterverein Heidelberg e. V.
c/o Matthias Paul
Marlene-Dietrich-Platz 3
69126 Heidelberg
KONTAKT FÜR SENDUNG PER E-MAIL:
[email protected]
Flyer zur Ausschreibung
Bewerbungsbogen
In einer Zeit, in der Erwerbsarbeit nicht mehr Aufstieg, sondern Erschöpfung verheißt, wird das Verhältnis zwischen Mensch und Arbeit zur zentralen gesellschaftlichen Frage. Arbeit strukturiert Biografien, Körper und Identitäten und bestimmt, wie wir Zukunft denken. Das Projekt der bühne1 setzt hier in Kooperation mit dem Theater Trier an: In einem „Triptychon der Arbeit“ (Arbeitstitel) zeichnen drei unterschiedliche Autorenschaften, Regiehandschriften und Spielinterpretationen eigenständige, aber thematisch verwobene Bilder davon, wie Arbeit unsere Gegenwart prägt, zermürbt und zugleich zusammenhält.
Für eines der Stücke laden wir junge Autor:innen der Großregion ein, eigene Kurzstücke, Textfragmente oder szenische Konzepte einzureichen, die sich künstlerisch mit der Frage nach dem Verhältnis von Mensch, Arbeit und Zukunft auseinandersetzen.
Wie arbeiten, leben, träumen wir heute? Welche Formen von Fürsorge, Müßiggang oder Widerstand können innerhalb oder jenseits der Arbeitsgesellschaft entstehen? Dabei darf „Arbeit“ gern weit gefasst werden: nicht nur als klassische Erwerbsarbeit, sondern auch als die unsichtbare Arbeit hinter der Arbeit, Care-Arbeit, Beziehungsarbeit, emotionale, künstlerische oder digitale Arbeit. Ebenso willkommen sind abstrakte oder metaphorische Auseinandersetzungen mit Arbeit als Strukturprinzip unserer Zeit.
Gesucht werden
Kurzstücke für maximal 3 Spieler:innen mit einer Spieldauer von ca. 30–40 Minuten. Erwünscht sind ausdrücklich unterschiedliche dramaturgische Ansätze, von dokumentarisch bis surreal, von episch bis performativ, ob Textfläche, Figurendialog, Recherche, Überschreibung.
Bitte einreichen:
- 1 Seite Exposé oder Synopse
- max. 10 Seiten Textauszug (anonymisiert, ohne Namensnennung im Dokument)
- separate Datei mit Kontaktdaten (Name, Adresse, E-Mail, Telefonnummer) sowie einer Kurzvita
- Zur Teilnahme berechtigt sind ausschließlich Autor:innen, welche maximal 40 Jahre alt sind (Jahrgang 1986) und deren Lebensmittelpunkt in der Region Saarland/Luxemburg/RLP liegt.
Einsendung per E-Mail an: [email protected] Betreff: Triptychon der Arbeit / Open Call
Auswahl
Der ausgewählte Text wird uraufgeführt und mit einem Preisgeld von 1.000 € prämiert. Eine Zusammenarbeit mit dem Regieteam ist vorgesehen, ebenso die Einladung zur Begleitung der Endproben und zur Premiere (voraussichtlich 16.10.2026)
Die Einreichungen werden von einer Jury bestehend aus Vereinsmitgliedern und Projektbeteiligten ausgewählt.
Über bühne1
Der bühne1 e.V. steht für kontinuierliche, qualitätsvolle Theaterarbeit innerhalb der freien Szene in Rheinland-Pfalz. Seit seiner Gründung im Jahr 2008 hat sich das Kollektiv von einer universitären Initiative zu einer organisierten Theaterstruktur mit fester künstlerischer Leitung und einem professionellen Ensemble entwickelt. Mit hohem künstlerischem Anspruch und einem klaren Fokus auf zeitgenössisches Theater positioniert sich bühne1 als eine der profilierten freien Bühnen der Großregion. Die Arbeiten des Vereins verbinden ästhetische Innovation mit gesellschaftlicher Relevanz und eröffnen Räume für neue Stimmen, Diskurse und performative Formate. Regelmäßig entstehen interdisziplinäre und spartenübergreifende Produktionen in Zusammenarbeit mit dem Theater Trier, der Hochschule Trier, der Europäischen Kunstakademie und weiteren Partner:innen.
Mehr Informationen: buehne1-trier.de
Einzelheiten der Ausschreibung