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Landesverband Amateurtheater Rheinland-Pfalz e.V.

Aktuelles

Vor Ort im schönen Westerwald

Warum es sich unbedingt lohnt, ein Vor-Ort-Seminar anzubieten und daran teilzunehmen!

Vor Ort im schönen Westerwald

Ein Bericht von Heike Mayer-Netscher, Referentin für Seniorentheater im Landesverband Amateurtheater Rheinland-Pfalz und Theaterpädagogin aus Mainz

 

Zum zweiten Mal hatte ich das Vergnügen, ein Vor-Ort-Seminar für den Landesverband zu leiten. Es macht mir immer besonders viel Spaß, in Kooperation mit einer Mitgliedsbühne ein Seminar zu entwickeln, Gäste aus anderen Bühnen zu begrüßen und gemeinsam zwei Tage lang kreativ zu sein und meinen Teilnehmer*innen neue Blickwinkel auf das Theaterspielen zu ermöglichen. Das Tolle dabei ist, dass der Landesverband die Kosten für den/die Referent*in trägt.

 

Durch meine Arbeit im Vorstand weiß ich aber auch, wie schwer es ist, dass sich eine Bühne von sich aus meldet und sagt: Wir sind die Gastgeber! Also hören wir uns um und sprechen evt. interessierte Bühnen konkret an. Aber das muss ja nicht so bleiben und ich will euch locken, uns anzusprechen.

 

Wie bereichernd so ein Seminar sein kann, möchte ich euch nun hier vorstellen – mit Bildern, einem Bericht und dem Interview mit Annegret Spies, Vorsitzende der „Bartels Bühne Flammersfeld“. Die „Bartels Bühne Flammersfeld“ war im August die diesjährige Gastgeberbühne des Vor-Ort-Seminars „Komödie konkret“. Neben den Flammersfeldern war noch eine zweite Bühne mit dabei, die „Arzheimer Laienspieler“ aus Koblenz. Das konkrete Arbeiten an den Rollen der jeweils aktuellen Komödien-Produktion stand im Mittelpunkt.

 


 

„Neue Anregungen, die die Rollenarbeit erleichtern“

 

Ein Interview mit Annegret Spies, Vorsitzende der „Bartels Bühne Flammersfeld“

 

Als der Landesverband die Bartels Bühne Flammersfeld angesprochen hat, ob ihr euch vorstellen könnt, das diesjährige Vor-Ort-Seminar auszurichten, habt ihr rasch zugesagt – warum?

 

Annegret Spies:

Wir schätzen die Arbeit des Verbandes sehr und haben uns gefreut, diese hiermit unterstützen zu können und der Region vor Ort dieses Seminar zu ermöglichen.

Foto: Heike Mayer-Netscher

Was musstet ihr als Bartels Bühne organisieren und somit als Eigenleistung einbringen?

 

Wir haben uns lediglich um geeignete Räumlichkeiten gekümmert. Es war für uns kein großer Aufwand. Den Rest hat der Verband organisiert.

Foto: Heike Mayer-Netscher

Bei eurer aktuellen Produktion „Pension Schöller“ führst du Regie und die Teilnehmer eurer Bühne hatten ihre Rollen zum Workshop „mitgebracht“. Wie hast du deine Spieler erlebt? War dies ein neuer Zugang zu ihren Rollen? Was meinst du nehmen die Spieler mit in die Probenarbeit?

 

Ich habe mich über das große Interesse bei den Spielern gefreut. Durch das Seminar kamen viele neue Anregungen, die die Rollenarbeit erleichtern. Immer wieder greifen wir bei den Proben Erlerntes auf und die Situation ist dadurch leichter zu meistern.

Foto: Heike Mayer-Netscher

Und du hast selbst mitgeprobt und an einer kleinen Rolle gearbeitet – warum?

 

Zuerst einmal werde ich diese Rolle als Zweitbesetzung auch spielen. Ich bin der Meinung, dass man durch intensives Mitarbeiten am meisten lernen kann.

Foto: Heike Mayer-Netscher

Hat das für dich als Regisseurin etwas für die konkrete Arbeit am Stück gebracht?

 

Auf jeden Fall. Die Herangehensweise an eine neue Rolle werde ich auch für zukünftige Stücke ändern und wir haben viele neue Ideen bekommen, die wir einbauen können.

Foto: Heike Mayer-Netscher

Kannst du anderen Bühnen die Organisation/Teilnahme an solchen Seminaren empfehlen und wenn ja, warum? Was ist der Mehrwert für die Bartels Bühne?

 

Ja, das kann ich. Es ist für die Gruppe kein großer Aufwand und gerade wenn man in den Anfängen eines neuen Stückes ist, hilft es bei der Ausarbeitung und Rollenfindung.

 


 

Wie kann Körperhaltung, Aussprache und Mimik die Aussage eines Satzes verändern?

 

Dies erfuhren die Teilnehmer in dem von Heike Mayer-Netscher durchgeführten Seminar zum Thema “Komödie konkret” – Teilnehmerbericht von Klaus Köschbach

 

Foto: Heike Mayer-Netscher

Da sich alle Teilnehmer zurzeit in Vorbereitung auf verschiedene Theaterstücke befanden, nahm die Seminarleiterin kurzerhand die Charaktere der jeweiligen Theaterstücke als Basis in das Seminar auf. In den zwei sehr kurzweiligen Tagen erfuhren unsere Theaterfreunde, wie man zum Beispiel als Romeo stolz, aber zugleich auch sehr kleinlaut und unterwürfig wirkt. Interessant war auch die Erfahrung, wie man auch noch so kleine Rollen durch Annehmen von kleinen Ticks beim Publikum in bleibender Erinnerung behält. Spannend wurde es, als unsere Teilnehmer den Unterschied zwischen zum Beispiel „genervt – hektisch“ oder „stressig – nervös“ erarbeiteten und anschließend diese kleinen, aber feinen Unterschiede in ihren Rollen umsetzten. Wusstet Ihr, wie man das Publikum nach (gespielter) unbewusster Einnahme eines starken Schlafmittels fesseln und faszinieren kann? Nun, unsere Teilnehmer haben das vermittelte Wissen förmlich eingesaugt und werden es mit Sicherheit in ihre Rollen einfließen lassen.

 

Wir danken der Bartels-Bühne Flammersfeld e.V., die als Gastgeber für dieses Seminar verantwortlich zeichnete, für die Bewirtung und das tolle Ambiente und Heike Mayer-Netscher für das gekonnt vermittelte Wissen.

 


 

Eine tolle Möglichkeit: Holt euch Unterstützung, wenn es in eurer Gruppe oder Produktion hakt!

 

Der Landesverband hilft euch bei der Suche nach passenden Referent*innen.

 

Neben dem Vor-Ort-Seminar gibt es natürlich auch die Möglichkeit, dass ihr als Mitgliedsbühne einen Coach zu euch in die Proben holt, der euch zum Beispiel bei eurer aktuellen Produktion unterstützt oder ein Schauspiel- oder Sprechtraining mit euch durchführt. Wenn ihr Hilfe bei der Suche nach dem passenden Coach braucht, meldet euch!

 

Da Annegret Spies und ich uns seit vielen Jahren kennen, hat sie gleich die Gelegenheit genutzt und mich für einen weiteren Workshop-Tag gebucht. Also fuhr ich ein zweites Mal im August in den schönen Westerwald, um diesmal die Kindergruppe der „Bartels Bühne“ zu coachen. Auch hierzu habe ich der Vorsitzenden der „Bartels Bühne“ einige Fragen gestellt.

 


 

Probensamstag mit der Kindergruppe der „Bartels Bühne Flammersfeld“ zu „Der kleine Tag“

 

Ein Interview mit Annegret Spies, Vorsitzende der „Bartels Bühne Flammersfeld“

Foto: Annegret Spies

Nun hat mich die Bartels Bühne gleich noch für ein zweites Seminar zu sich geholt, ich habe mit der Kindergruppe eurer Bühne gearbeitet. Dieser Probentag fand gelöst vom normalen Seminar-Programm des Landesverbands statt. Das heißt, ihr als Bühne tragt in so einem Fall die Kosten für das Seminar alleine. Warum habt ihr mich geholt? Wo hat es in der Produktion gehakt, dass du das Gefühl hattest, ihr braucht Unterstützung?

 

Annegret Spies:

Es gab Szenen, in denen wir einfach feststeckten. Wir haben mit dir zusammen neue Ideen entwickelt, weg vom normalen Theater. Da wir auch viele neue Kinder in der Gruppe haben, fiel es ihnen durch die Arbeit mit dir leichter in die Rollen einzusteigen.

 

Eurer Kinder waren toll dabei – wie hast du sie erlebt?

 

Foto: Annegret Spies

Sie waren mit viel Spielfreude beim Seminar dabei und setzen in den Proben viel aus dem Seminar um.

 

„Der kleine Tag“ ist ein anspruchsvolles Singspiel, das viel Timing und Koordination erfordert. Wie konnte der Workshop hier helfen?

 

Durch die neue Choreographie, die wir erarbeitet haben, werden die Szenen einfacher und doch interessanter und lebhafter.

 

Was war dein Highlight?

 

Foto: Annegret Spies

Das Weg vom üblichen Theater mit vielen Requisiten, hin zum fast schon Tanztheater.

 

Auch hier die Frage, kannst du anderen Bühnen empfehlen, jemand von außen zu holen? Wann macht das Sinn? Was ist der Mehrwert für die Bartels Bühne?

 

Manchmal ist man festgefahren im eigenen Probenschema. Da hilft oft ein Blick von außen mit neuen Ideen. Das tut der Probenarbeit sehr gut und regt zum Umdenken an. Die ganze Gruppe arbeitet mit viel Spielfreude und neuen Ideen. Es ist auf jeden Fall sinnvoll sich Hilfe von außen zu holen.

Foto: Annegret Spies

 

Ich hoffe ihr habt nun einen kleinen Eindruck, wie lohnenswert diese Workshop-Arbeit vor Ort, direkt bei euch im Verein, sein kann. Also wenn ihr nun Lust bekommen habt, selbst einmal Gastgeber-Bühne zu sein, oder ihr Fragen zu möglichen Referent*innen habt, dann meldet euch: [email protected].