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Landesverband Amateurtheater Rheinland-Pfalz e.V.

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Starke Resonanz auf Digitales Festival amarena 2020

Mehr als 3.500 Stimmen für Publikumspreis in der Kategorie „Theater ist Leben“

Starke Resonanz auf Digitales Festival amarena 2020

Nach drei Tagen fand das erste digitale Theaterfestival des Bund Deutscher Amateurtheater (BDAT) am Samstag, den 12. September, mit der Gala und Ehrung der Preisträger*innen seinen spannenden Abschluss. Vier Ensembles hatten zuvor vom 10.-12. September ihre Inszenierungen präsentiert. Die Preisträger*innen in der fünften Kategorie „Theater ist Leben!“ wurden in der Festivalwoche über ein Online-Voting ermittelt und erst bei der digitalen Gala und Preisverleihung am Samstag bekannt gegeben. Sagenhafte 3.556 Stimmen zählte das Voting. Die Entscheidung fiel auf die Fränkischen Passionsspiele Sömmersdorf, die ihr ganzes Dorf aktiv auf und hinter der Bühne teilhaben lassen.

Nahe beieinander folgten in dieser Kategorie die Nominierten: Familie Gassenhauer (Aurich) und Includo! (St. Leon-Rot).

 

„Alle ausgezeichneten Stücke stehen für mitreißendes und inspirierendes Theater auf sehr hohem Niveau“, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters anlässlich der Festivaleröffnung. Sie hob hervor, dass die Amateurtheater viele Menschen bewegen, Zusammenhalt stiften und Kulturelle Teilhabe ermöglichen. Der baden-württembergische Ministerpräsident und Schirmherr Winfried Kretschmann brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass das Festival trotz Corona möglich ist, „auch wenn es nicht, wie ursprünglich geplant, in Friedrichshafen am Bodensee stattfinden kann, sondern online, aber dafür mit neuen digitalen Formaten“.

 

DIE PREISTRÄGER*INNEN

Die Preisträger*innen präsentierten ihre Inszenierungen als Film oder filmischen Zusammenschnitt. Der erste Beitrag kam vom Kollektiv Frachtwerk aus Mainz in der Kategorie „Schauspiel“. Das dreiköpfige Ensemble zeigte die Eigenproduktion „Der zerbrochne Kopf“, eine vielschichtige Melange aus Skript und Improvisation über die manipulative Macht in der Theater-Casting-Welt.

 

Das UK Theater der Geschwister-Scholl-Schule präsentierte sein Theater-Road-Movie in der Kategorie „Kinder- und/oder Jugendtheater“. „Auf zu neuen Abenteuern“ heißt es in ihrer Inszenierung „Roller im Roggen“. Mit selbstbewusstem Blick auf ihre jeweilige Lebenssituation, voller Selbstironie und mit politischem Statement überzeugten die jungen Künstler*innen mit ihrer Geschichte auf dem Weg ins Erwachsenenleben.

 

Kostümreiche, poetische Bilder und ein starkes chorisches Spiel, unterstützt von musikalischen Elementen und beeindruckender Tontechnik präsentierte das Theaterteam Spiellust Michelstadt. Rund 70 Akteur*innen überzeugten auf großer Freilichtfläche die Jury mit ihrer fantasiereichen Inszenierung „Alice – Folge dem weißen Kaninchen“, basierend auf Lewis Carrols literarischen Vorlagen, in der Kategorie „Inszenierung im ländlichen Raum“. „Jetzt machen wir erstmal nichts. Und dann warten wir ab.“, hieß es beim Altentanztheater Ensemble ZARTBITTER (Ludwigsburg) in der Kategorie „Senior*innentheater“. Die Gruppe, im Alter zwischen 60 und 80 Jahren, zeigte beim Festival einen Zusammenschnitt ihrer zweiteiligen Choreographie. In einer Symbiose aus Tanz, Körperarbeit und Sprache setzte das Ensemble mit besonderer Ästhetik, authentisch und humorvoll, ihr künstlerisches Statement in Szene.

 

Parallel zu allen gezeigten Inszenierungen fanden via YouTube Live-Chats statt, die das digitale Publikum für Fragen und zum Austausch nutzte.

 

DIE PREISVERLEIHUNG

Die Preisverleihung mit Würdigungen durch die Jurymitglieder bildete am Samstag den Abschluss und einen letzten Höhepunkt des Festivals. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey gratulierte in ihrer Videobotschaft den Preisträger*innen und bedankte sich für ihr Engagement, ihre Leidenschaft und Kreativität. Sie hob die generationenübergreifende Zusammenarbeit hervor und stellte die Bedeutung der Bühne als Ort der Auseinandersetzung mit sich selbst und der Gesellschaft heraus. Mit großer Freude nahmen die Preisträger*innen in den fünf Kategorien ihren Award und je 2.000 Euro Preisgeld entgegen.

 

Das Festival wurde moderiert und in den sozialen Medien begleitet von der Schauspielerin und Theaterpädagogin Katharina Vötter.

 

DIALOG UND INTERAKTION

Mit einer Expert*innenrunde zum Thema „Digitalität und Amateurtheater wurde ein aktueller Fokus gesetzt. Vertreter*innen des Amateurtheaters und des digitalen Wandels sprachen unter dem Eindruck der letzten Monate über die rasante Entwicklung digitaler Formate, aber auch über Herausforderungen für die Künste und die Menschen.

 

Während des Festivals liefen über die Social-Media-Kanäle des BDAT diverse Mitmach-Aktionen, die viel Resonanz hervorriefen. Die angebotenen Austausch- und Workshopformate über Online-Plattformen vermittelten viele Impulse. Ein positives Abschluss-Fazit zogen der Präsident des BDAT Simon Isser und der Künstlerische Leiter Frank Grünert. Sie erklärten das erste digitale Festival zu einem gelungenen Experiment, das Lust mache auf mehr virtuellen Spielraum. Zugleich betonten sie die Notwendigkeit und die kulturelle und soziale Stärke der direkten, persönlichen künstlerischen Begegnung.