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Landesverband Amateurtheater Rheinland-Pfalz e.V.

Nachrichten

„Spielwiese Bühne“

Bericht vom Bühnenbild-Seminar in Andernach

„Spielwiese Bühne“

Als Antwort auf eine sehr spannend klingende Einladung des Landesverbandes, haben wir (sechs Teilnehmer von verschiedenen Bühnen) uns am 11. und 12. August 2018 auf den Weg gemacht, um gemeinsam mit Manuela Pirozzi aus Mainz unsere 2. Heimat, die Bühne, neu zu erkunden.

Nach einer Vorstellungsrunde konnten wir uns zunächst darüber austauschen, was die Bühne und das Bühnenbild für uns oder den Zuschauer alles bedeutet und erarbeiteten uns gemeinsam weitere Aspekte.

Die Bühne als Handlungsort, Vermittler, Erzähler, Mitspieler, Arbeitsplatz, Wohnzimmer, Sehnsuchtsort, Spiegel, Wagnis oder Spielwiese benennen nur einige der gesammelten Assoziationen. Mit all diesen Bildern und Worten zum Thema Bühne wurde dieser Raum in meinem Kopf immer größer, aufregender und geheimnisvoller.

Um die Sinne zu schärfen, durften wir mit unseren Händen einen ganz simplen Gegenstand, die Rosine, ganz neu entdecken. Betrachten, fühlen, hören, schmecken, riechen – all das brauchen wir, um uns in ein neues Theaterstück einzufinden und ihm in Kulisse, Kostüm und Requisiten gerecht zu werden. Spannend erschien die Vorstellung, mit einem Bühnenbild den Zuschauer nicht nur etwas sehen zu lassen, sondern auch hier alle Sinne einzubeziehen und z.B. mit dem Duft von Erde oder Blumen das Publikum anzuregen und in die Atmosphäre des Stückes eintauchen zu lassen.

Im Anschluss an diese grundlegenden Erfahrungen erhielten wir die Gelegenheit, passend zu einem Gedicht ein Bühnenbild zu basteln. Mit einfachen Mitteln, konnten so die ersten Ideen und Anregungen in die Tat umgesetzt werden. Es sind wirklich kleine Kunstwerke entstanden, die mit ihrer Interpretation der jeweiligen Gedichte uns alle sehr berührten.

Am zweiten Tag durften wir uns im Besonderen mit dem Material Papier befassen, mit ihm experimentieren und es so in seiner vielseitigen Art und Weise noch einmal neu kennenlernen.

Zu guter Letzt konnten wir die Möglichkeit nutzen, uns gemeinsam die Theaterstücke zu betrachten, die uns zurzeit im Kopf umherschwirren und die die einzelnen Gruppen in der Umsetzung eines passenden Bühnenbildes vor einige Herausforderungen stellen. So konnten im Brainstorming der Gruppe und unter fachmännischer Beratung von Manuela Ideen zu kompliziert klingenden  Bühnenbildern entworfen und interessante Lösungen erarbeitet werden. Dabei konnten wir auch erfahren, mit welchen Fragestellungen wir einen Text untersuchen können, um die genau die Bilder entstehen zu lassen, die eine Geschichte in unserem Sinne erzählen. Mit tollen Anregungen, Abenteuerlust  und Mut zu neuen Experimenten im Bereich Bühnenbild haben wir uns dann schließlich nach vielen Stunden des gemeinsamen Schaffens wieder auf den Nachhauseweg gemacht.

An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an Manuela, die uns mit ihrer liebevollen, begeisternden Art sehr viel vermitteln und unsere Sinne für das vermeintlich Offensichtliche noch einmal neu schärfen konnte. Dank auch an das Team vom tik – theater im keller Andernach, das uns so herzlich aufgenommen und umsorgt hat.

Bilder