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Landesverband Amateurtheater Rheinland-Pfalz e.V.

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Ein Beitrag aus Zeiten vor der Krise: Nachlese zum Treffen der Verbände in Berlin

Amateurtheaterdebatten im BDAT: Vernetzung, Fortbildung, Öffentlichkeitsarbeit, Digitalisierung

Ein Beitrag aus Zeiten vor der Krise: Nachlese zum Treffen der Verbände in Berlin

Es ist noch gar nicht so lange her, und trotzdem angesichts der Corona-Krise schon so weit weg: Das Treffen der Verbände am 29. Februar und 1. März in Berlin. Versteht es bitte auch als Zeichen dafür, dass wir alle an der wichtigen Arbeit der Förderung des Amateurtheaters festhalten müssen, wenn wir ungeachtet der bedrückenden Situation aller Kulturschaffenden, nicht nur im Amateurbereich, vom Ergebnis dieser Zusammenkunft der Vertreter des Amateurtheaters aus dem gesamten Bundesgebiet berichten.

 

Aus der Pressemitteilung des BDAT:

Am Wochenende vom 29.Februar bis 1. März 2020 trafen sich die Mitgliedsverbände des Bund Deutscher Amateurtheater (BDAT) im Jugendkulturzentrum „Pumpe“ in Berlin. Rund 70 Teilnehmende bildeten sich fort und beteiligten sich an inhaltlichen Debatten im Kontext von Fortbildung, Öffentlichkeitsarbeit, Vernetzung, Wissenschaft und Amateurtheater. Bereits am Freitag traf sich das Bundespräsidium des BDAT zur Vorbereitung des Treffens der Verbände und diskutierte aktuelle Verbandsthemen sowie die Planung kommender Veranstaltungen. Für zwei Gremien stand die erneute Berufung amtierender Mitglieder auf der Tagesordnung. Mit Christian Schröter, Michael Arnold und Hannah-Sofie Schäfer für den Bundesarbeitskreis Kinder- und Jugendtheater sowie Lutz Schnoor für den Bundesarbeitskreis Mundart und Sprachen, setzen alle Kandidat*innen ihr Engagement fort.

 

Thema Öffentlichkeitsarbeit

 

Am Samstag teilte sich die Tagung in verschiedene Interessengebiete auf. Bei den Öffentlichkeitsreferent*innen standen rechtliche Themen im Fokus. Der Referent und Fachanwalt Dr. Stefan Haupt klärte über Aspekte des Internet- und Medienrechts auf, beantwortete Fragen und machte an Fallbeispielen deutlich, wie Öffentlichkeitsarbeit rechtskonform gestaltet werden kann. Im weiteren Verlauf kam es zum Austausch über Fragestellungen, Problemlagen, Handlungsbedarfe und neue Konzepte in der Öffentlichkeitsarbeit. Kontrovers wurden neue Medien wie Instagram, Twitter oder Facebook diskutiert. Ein Fazit war, dass der persönlichen Kommunikation viel Wert beigemessen wird und die Homepage derzeit das zentrale Kommunikationsinstrument der Verbände ist.

 

Thema Fortbildung

 

Die Künstlerischen Leiter*innen beschäftigten sich in diesem Jahr mit der Evaluierung des Rahmenfortbildungsprogramms des BDAT. Die 18 Mitgliedsverbände des BDAT gaben in Form eines Fragebogens Feedback, was bei ihren Fortbildungsangeboten vor Ort gut läuft oder verbessert werden könnte, und wie die Anbindung an das bundesweite BuT-zertifizierte Programm des BDAT aufgenommen wird.

 

Verschiedene Themen wurden evaluiert – von der Bearbeitung von Teilen der eigenen Rahmenrichtlinien bis hin zur Digitalisierung einzelner Fortbildungsangebote. In Kooperation mit seinen Mitgliedsverbänden wird der BDAT in den nächsten Monaten an der Umsetzung einzelner Aspekte arbeiten, um das Fortbildungsprogramm für alle Amateurtheater im Bundesgebiet weiterhin attraktiv zu gestalten.

 

Thema Mitgliedergewinnung

 

Beim anschließenden Treffen der Verbände mit Vertreter*innen aller Interessensgebiete standen Workshops zum Thema Mitglieder- und Nachwuchsgewinnung im Fokus. Bunter, offener, flexibler sollte die Verbands- und Vorstandsarbeit umgesetzt werden, lautete ein Credo.

 

Thema Amateurtheater und Wissenschaft

 

Abschließend wurde am Samstag das Forschungsprojekt „Fremde spielen. Amateurtheater als Medium informeller und non-formaler transkultureller Bildung“ des Centre of Competence for

Foto: Katrin Kellermann

Theatre (CCT) der Universität Leipzig von Prof. em. Dr. Günther Heeg, Henrike Schmidt, Helena Wölfl und Stephan Schnell (BDAT/CCT) vorgestellt. Ob und wie Amateurtheater in der heutigen Zeit als Vermittler transkultureller Bildungsarbeit agieren kann und welche historischen Muster und Praktiken im Verhältnis vom Eigenen zum Fremden zu Ergebnissen führen, wurde zum einen im Überblick über den Forschungsprozess und zum anderen anhand von einzelnen historischen Beispielen vorgestellt.

 

Information und Austausch

 

Am Sonntag fand der „Tagungs-Marathon“ unter der Leitung von BDAT Präsident Simon Isser seinen Abschluss. Das Präsidium und die Geschäftsstelle informierten über aktuelle Projekte. Anschließend stellten die Delegierten der Mitgliedsverbände Entwicklungen, Baustellen und Ziele ihrer Arbeit vor. Es wurde auf laufende und kommende Aktivitäten sowie auf Bewerbungs- und Anmeldefristen hingewiesen. Nach reichlichen Informationen, Workshops, Debatten und Zusammenkünften können die vielen Impulse und

Foto: Carina Ibsch

Anregungen jetzt zur Weiterentwicklung der Verbandsarbeit auf Bundes- und Landesebene genutzt werden. Zu Gast bei diesem Treffen war auch Vladyslava Belosorenko, Präsidentin des im letzten Jahr gegründeten Verbandes „Unabhängiges Theater in der Ukraine“. Sie berichtete über ihre Arbeit sowie über Amateurtheaterstrukturen in ihrem Land, mögliche Kooperationen mit dem BDAT und den Austausch mit Theatergruppen aus Deutschland.

 

Besuch des BDAT-Archivs

 

Auf großes Interesse stieß auch das zusätzliche Angebot einer Führung mit Reet Schmidt durch das Archiv in der Geschäftsstelle des BDAT. Hier werden Dokumente und Materialien zu der über 125-jährigen Geschichte des organisierten deutschen Amateurtheaters gesammelt, die seit 2014 auch archivisch erschlossen werden. Die Aufbereitung des Archivs und der einzelnen Bestände fand bei der Besichtigung große Wertschätzung.

 

Projekt Landluft 2.0 setzt auf Vernetzung

 

Parallel zu den diversen Verbandsmeetings trafen sich an diesem Wochenende acht Projektteilnehmer*innen der BDAT-Förderinitiative Landluft 2.0, um sich über ihre Projekte, die damit verbundenen Herausforderungen und Lösungsstrategien auszutauschen. Moderiert wurde das Treffen von der Kulturwissenschaftlerin Caroline Krämer. Für die Teilnehmenden standen die Themen Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit im Zentrum. Bemerkenswert waren die unterschiedlichen Ansätze, die es benötigt, um Amateurtheaterprojekte in ländlichen Räumen zu verankern. Die Akteur*innen konnten sich hierzu nicht nur vor Ort austauschen, sondern werden ihre Erfahrungswerte auch online festhalten: www.landluftzweipunktnull.de