Landesverband Amateurtheater Rheinland-Pfalz e.V.

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„Die Welt braucht Theater, Theater braucht Kinder“

48. Muplischu*24 in Eschwege/Hessen vom 9. bis 12. Mai 2024

„Die Welt braucht Theater, Theater braucht Kinder“

BDAT Multiplikator*innenschulung im Kinder- und Jugendtheater in Zusammenarbeit mit dem Bundesarbeitskreis Kinder- und Jugendtheater vom 9. bis 12. Mai 2024 in Eschwege (Hessen) mit dem besonderen Schwerpunkt „Kindertheater“

 

Anmeldeschluss 15. März 2024!

 

Wir laden in diesem Jahr Multiplikator*innen nach Eschwege ein, um den kreativen Ausdruck in der Theaterarbeit mit Kindern zu stärken und inspirierende Geschichten zu entwickeln. In 5 Werkstätten können die Teilnehmer*innen künstlerisch und kreativ in die Welt des Kindertheaters eintauchen und sie neu gestalten.

 

Kurs 1: „Wie aus ordentlichem Chaos auf der Bühne, chaotische Ordnung werden kann“- Theater mit Menschen mit Unterstützungsbedarf
Referent: Bernd und Homer Lindauer

Die Theaterarbeit mit geistig- und mehrfachbehinderten Menschen stellt Spielleiter*innen immer wieder vor große Herausforderungen. „Der Weg ist das Ziel – und dieser Weg kann sehr steinig, aber auch wunderschön sein! Wir werden gemeinsam darüber forschen, welche Themen für die jungen Schauspieler*innen ideal sind, und wie daraus ein aufführungsreifes Theaterstück gelingen kann. Besonders wichtig ist es, die Schauspieler*innen in ihren Stärken und Interessen abzuholen, Empathie für besondere Bedürfnisse zu entwickeln, und bühnenwirksam zu inszenieren. Wir lernen Materialien kennen, die unsere Arbeit unterstützen. Spiele und eine Auswahl an Methoden können das Interesse am Schauspiel verstärken. Wir schauen auch darauf, wie die Biografie der einzelnen Schauspieler*innen helfen kann, dem fertigen Stück eine besondere Note zu geben. Dazu werden wir erörtern, was bei der Arbeit mit einer inklusiven Gruppe zu beachten ist.

 

Bernd Lindauer

Als Heilerziehungspfleger, Theater- und Musikthe-aterpädagoge, leitet Bernd seit 2017 die Theatergruppe „Lichte Sterne“, die aus ca. 20 geistig behinderten Menschen zwischen 20 und 75 Jahren besteht. Die Gruppe hat mit 4 erfolgreichen Produktionen schon viel Bühnenerfahrung sammeln können. Daneben unterrichtet Bernd auch Kinder und Jugendliche in einer Musikschule im Fach Schauspiel, arbeitet mit Kindern im Elementarbereich und ist selbst als Schauspieler tätig.

 

Homer Lindauer

Homer lebte die ersten 4 Jahre in Spanien. Nun hat er seit 3,5 Jahren regelmäßigen Schauspielunterricht bei Bernd Lindauer und ist das, von den Teilnehmern ernannte, „Maskottchen“ der inklusiven Theatergruppe „Lichte Sterne“.

 

 

Kurs 2: Werkstatt Straßentheater // Mit Kindern spielerisch die Straße erobern Referent: Simon Isser

Wir machen Spaß und haben Spaß. Wir entdecken den Clown in uns und in komischen Improvisationen entdecken wir unsere Umwelt neu. Wir suchen, finden und staunen. Wir spielen mit Bewegung, zu Musik und in kleinen Kostümierungen. Auf der Straße sorgen wir für Spaß und bringen eine bunte Abwechslung in den Alltag der Passant*innen. Es wird ausprobiert und improvisiert. Wir finden heraus, wie wir mit Kindern die Straße erobern und zu unserer (Theater-) Bühne werden lassen. Im Selbstversuch erobern wir die Straßen von Eschwege und erkunden, wie ein Auftritt auf der Straße zum Erfolg werden kann. Habe Lust zu scheitern, zu staunen und Entdecke den Clown in dir und mach dich mit uns auf eine bunte Reise! Auf die Straße – fertig – los!

 

Simon Isser: Der gelernte Betriebswirt und Theaterpädagoge ist Vorsitzender des Offenbacher Theaterclubs ELMAR e. V. Er vertritt den BDAT als Mitglied im Beirat für das „Recht auf Spiel“ des Deutschen Kinderhilfswerks. Seit 2016 ist Simon Isser Präsident des BDAT, seit vielen Jahren Mitglied im Bundesarbeitskreis „Kinder- und Jugendtheater“ des BDAT. Seit 2006 ist er Berater für den Kompetenznachweis Kultur, seit 2020 Fortbildungsbeauftragter für den KNK. In seinen theaterpädagogischen Projekten wirkt er auf internationalen Festivals, im Kindergarten, in einer lokalen Kirchengemeinde oder beim Märchentheater seines Heimatvereins.

 

Kurs 3: Musikalisches Improvisationstheater
Referenten: Thomas Grysko (Deutschland) & Mykyta Sierov (Ukraine)

Testatfähig im BDAT-Fortbildungsprogramm

 

Unter dem Motto „Ohne Plan kann man besser improvisieren!“ wollen wir gemeinsam Grundlagen des musikalischen Improvisationstheaters ausprobieren und weiterentwickeln. Im Fokus des Kurses steht dabei das gesellige Spiel und Ausprobieren mit Musikformaten, wie sie im klassischen Improvisationstheater eine wichtige Rolle spielen. Ziel dieses Workshops ist es, die Lust auf improvisiertes musikalisches Theater zu wecken und einen Einstieg in die besonderen Ausdrucksformen rund um das spontane Reimen, Singen sowie wesentliche musikalische Tools zu ermöglichen. Zudem soll der Workshop die Teilnehmer*innen darin fördern, ihre eigene spezifische Bühnenspielpraxis zu entwickeln, wenn Musik als maßgebender Fokus im Vordergrund steht. Dabei sollen auch jene ermutigt werden, für die das Singen und Reimen auf der Bühne eine besondere Herausforderung darstellt.

 

Jede Workshopeinheit hat ein anderes Thema zur Grundlage. Aufeinander aufbauend vermitteln sie spielerisch die „Basics“ des musikalischen Improtheaterspiels. Vor jeder Einheit werden die Wünsche und Ziele der Kursteilnehmenden erfragt und entsprechend der Möglichkeiten individuell berücksichtigt. Am Schluss entwickeln wir ein kleines improvisiertes Musical.

 

Der studierte Musikwissenschaftler Thomas Grysko kam bereits in jungen Jahren mit dem Theater in Kontakt. Als Darsteller und Chansonnier sammelte er Erfahrungen in vielen Inszenierungen und entschloss sich nach dem Studium, eigene Programme zu schreiben, zu texten und zu vertonen. Als Dramaturg am Theater betreute er Musiktheateraufführungen zeitweise im Hauptberuf. Mit befreundeten Darstellern gründete er in Weimar das Improvisationstheater „Öde & Schriller“ und verfasste gemeinsam mit dem Stummfilm-Pianisten und Komponisten Richard Siedhoff sein erstes Kabarett- Programm „Galgenstücke“ mit selbst geschriebenen politischen Liedern. Das Duo „Liaison Chanson“ gründete er gemeinsam mit dem klassisch ausgebildeten Musiker Mykyta Sierov, auch, um seiner Leidenschaft für gesungene Geschichten einen eigenen Ort zu geben. Außerdem leiht er seine Stimme gern für Hörspiele und Dokumentationen. Nicht zuletzt lässt er sich immer wieder für Experimente an neuen Formaten der kleinen und großen Künste begeistern.

 

Mykyta Sierov wurde in Kiew (Ukraine) geboren und erhielt dort seinen ersten Musikunterricht im Alter von sechs Jahren. Nach dem Studium an der Kiewer Musikakademie wechselte er an die Hochschule für Musik FRANZ LISZT in Weimar, wo er einen Masterstudiengang als Oboist absolvierte. Als Orchestermusiker sammelte er zahlreiche Erfahrungen unter anderem mit der Kammerphilharmonie Leipzig, dem Philharmonischen Orchester Gera oder auch im Orchester des Theaters Erfurt und arbeitete mit Dirigenten wie Marek Janowski, Christian Thielemann, Georg Biller, Nicolas Pasquet und Dominik Beykirch. Einladungen durch des Auswärtigen Amtes und des Goethe-Instituts führten ihn bisher in die Republik Tschad, nach Frankreich, Indien, China und in zahlreiche weitere Länder. In verschiedenen Besetzungen spielt er nicht nur klassische Musik, sondern auch Jazz, Chanson und Pop sowie eigene Kompositionen. 2020 gründete er gemeinsam mit Thomas Grysko das Duo Liaison Chanson und ist seitdem begeisterter Arrangeur und Pianist für Chansons aus der ganzen Welt, aber vor allem natürlich aus Frankreich.

 

 

Kurs 4: Dramaturgie für Nicht-Leser*innen – Erzählformen für bzw. mit Kindern Referentin: Julia Nowak

Der Workshop beschäftigt sich mit verschiedenen Arten, Geschichten zu erzählen, vor allem im Hinblick auf die Arbeit für/mit Kindern im Kita- und Grundschulalter. Gemeinsam erforschen die Teilnehmenden den dramaturgischen Aufbau unterschiedlicher Erzählformen (z. B. Theaterstücke, Bilderbücher, Hörspiele, Kurzfilme, …), lernen verschiedene Aspekte der Dramaturgie kennen und gewinnen ein besseres Verständnis über die vielen Möglichkeiten des Geschichtener-zählens. Im Verlauf des Workshops bekommen sie außerdem die Gelegenheit, an eigenen Konzepten zu arbeiten oder eines zu entwickeln.

 

Im Workshop werden folgende Themen theoretisch aber auch praktisch behandelt:

 

  • **Storytelling-Techniken:** Wie baue ich eine Geschichte sinnvoll auf und wie erzeuge ich Spannung?
  • **Charakterentwicklung:** Wie erschaffe ich glaubwürdige und interessante Charaktere, die das Publikum zum Lachen, Weinen oder Nachdenken bringen?
  • **Dramaturgische Struktur:** Welche Aspekte muss ich in einer Geschichte dramaturgisch beachten? Wie teile ich eine Geschichte in Szenen ein, wo setze ich Höhepunkte und wie gestalte ich einen Spannungsbogen?
  • **Zielgruppengerechte Narration:** Welche Themen und Erzählformen sind für welche Altersgruppen interessant und wie kann ich daraus eine ganze Inszenierung bauen?

 

Julia Nowak ist seit 2008 selbstständig als Theaterpädagogin, Regisseurin und Autorin deutschlandweit tätig. Davor studierte sie an der Universität Bayreuth Theater und Medien und absolvierte anschließend an der Theaterwerkstatt Heidelberg die Ausbildung zur Theaterpädagogin BuT. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind partizipatorische Projekte mit Kindern und Jugendlichen, szenisches Schreiben und Stückentwicklungen mit Publikumsbeteiligung. Unter anderem für das stellwerk junges theater in Weimar erarbeitet sie seit vielen Jahren Stücke und Inszenierungen mit Laien-Spieler*innen, viele davon für Kinder im Kita- und Grundschulalter. Zudem ist sie Mitbegründerin des Kölner Vereins OffBeat-Projekt e.V., der Kunst- und Kulturprojekte mit bis zu 100 Kindern und Jugendlichen durchführt und für den sie die Bühnenstücke schreibt.

 

 

Kurs 5: Theaterpädagogik mit Kindern
Referentin: Teija Vaittinen

Wie leite ich eine Theatergruppe mit Kindern? Welche Methoden und welche Aufführungsformate sind für mein künstlerisches Vorhaben geeignet? Welche Chancen und welche Herausforderungen bietet die kreative Arbeit mit Kindern? In diesem Kurs werden wir uns mit künstlerischen Methoden beschäftigen, die uns helfen, die Theaterarbeit mit Kindern spannend zu gestalten. Wir gehen spielerisch an die theaterpädagogische Praxis für verschiedene Altersgruppen heran. Gemeinsam werden wir unsere Rollen als anleitende*r Theaterpädagog*in erproben und reflektieren. Dabei trainieren wir unsere Anpassungsfähigkeit und finden Wege, lösungsorientiert zu arbeiten. Darüber hinaus werden wir sonstige Aspekte der Praxis wie Planung, Gruppenfindung, Durchführung, Kommunikation, Zielgruppenorientierung, Bürokratie und Evaluation gemeinsam thematisieren und reflektieren. Bitte bequeme Kleidung tragen und trinken mitnehmen.

 

Teija Vaittinen ist Theater- und Zirkuspädagogin sowie Performerin mit einem besonderen Interesse an sozialen Prozessen, menschlicher Kommunikation und Entstehung der Komik. Teija Vaittinen hat den Masterstudiengang Theaterpädagogik an der Universität der Künste Berlin absolviert. In Finnland studierte sie Schauspiel sowie Soziologie. Zusammen mit dem interdisziplinären Kollektiv ABA NAIA produziert sie regelmäßig Performances. Im Bereich der darstellenden Künste ist sie besonders auf Improvisation, Tanz und Bewegung, Clownerie, Komik, Kommunikation und Physisches Theater spezialisiert. In den letzten Jahren hat sie Projekte u.a. in der Staatsoper Unter den Linden, im Grips Theater, im Weiten Theater, in der jtw Spandau, in Zirkus Cabuwazi sowie in mehreren Jugendkulturzentren, Schulen und Kitas realisiert.

 

Einzelheiten zu den Kosten und zur Anmeldemöglichkeit finden sich auf unserer Lehrgangsseite.

 

Anmeldeschluss ist der 15. März 2024!