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Landesverband Amateurtheater Rheinland-Pfalz e.V.

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BDAT und Bundesarbeitskreis Kinder- und Jugendtheater laden ein zur 44. Multiplikator*innenschulung in der Jugendherberge Wetzlar

Theaterfortbildung in 6 Werkstätten - Thema: Grenzen*Los

BDAT und Bundesarbeitskreis Kinder- und Jugendtheater laden ein zur 44. Multiplikator*innenschulung in der Jugendherberge Wetzlar

Vom 21. Mai bis 24. Mai 2020 veranstaltet der Bund Deutscher Amateurtheater e.V. in Zusammenarbeit mit dem Bundesarbeitskreis Kinder- und Jugendtheater die 44. BDAT Multiplikatorenschulung im Kinder- und Jugendtheater im Jugendgästehaus in Wetzlar.

 

Die Multiplikatorenschulung bietet den Teilnehmenden aus dem gesamten Bundesgebiet die einmalige Möglichkeit zum fachlichen Austausch, der innerhalb der Seminarveranstaltungen die Qualifizierung und Reflexion der individuellen praktischen Arbeit beinhaltet. Auf der parallel stattfindenden Fachkonferenz der Jugendleiter, wird zudem die Auseinandersetzung zu aktuellen jugendkulturpolitischen und theaterfachlichen Inhalten thematisiert.

 

Werkstatt 1: Los*Krachen, Sounddesign, Gesang & Stimme

 

Referent: Marco Merz

 

BDAT-Fortbildungsprogramm: Theaterformen IV, Musiktheater
Grundlagenkurs

 

In dieser Werkstatt geht es darum Sounds zu designen, Musik zu machen und gemeinsam Wege zu finden, wie man diese (Songs, Sounds, Loops, SFX…) mit Theater, Performance, Figuren und Dramaturgie mischen und in Einklang bringen kann. Beim Sounddesign für Theaterstücke geht es ausgehend vom Thema über Szenen und Proben zur eigentlichen Choreografie. Wie entsteht aus diesen einzelnen Elementen ein Konzept mit inhaltlicher Tiefe zum jeweiligen Ausgangsthema? Wie hilft uns der Sound bei den Theaterproduktionen dabei, wenn wir versuchen auszudrücken, was uns wichtig ist? Marco Merz freut sich mit euch herauszufinden, wie Sound und Inhalt verknüpft sind. Hierzu dürft ihr gern Instrumente, Midicontroller und Laptops mitbringen, damit wir ausgehend von euren Mitteln, die „Grenze des Möglichen“ ausloten und viel experimentieren können. Das ist für eine Teilnahme keine Voraussetzung.

 

Foto: Emrullah Gümüssoy

Der Musikproduzent, DJ und Vocalist Marco Merz ist Mitbegründer des Plattenlables Pyromusicund Mitglied der weltweit einzigen Puppenband Puppetmastaz. In Hamburg geboren und aufgewachsen, legte Marco Anfang der 90er in verschiedenen Clubs der Reeperbahn auf. Außer der Musik, faszinierten ihn Jonglage und Pyrotechnik. Marco machte diese Tätigkeiten zu seinem Beruf und ist seitdem weltweit als Pyro unterwegs. Er ist Mitbegründer des Bildungsträgers Dr. Durchblick, der Künstlerkoop Creaturephonic und ist Teil der PhlextonStudios.Marco arbeitet außerdem auf diversen Events, Liveshows und Tourneen rund um den Globus als Moderator, Autor, Workshopleiter, Puppenspieler u.v.m.

 

Werkstatt 2: Kostüm und Bühnenbild –Los* Upcycle

 

Referentin: Cansu İncesu

 

BDAT-Fortbildungsprogramm:Bühnenbild, KostümbildAufbaukurs für Fortgeschrittene

 

Die Teilnehmer*innen erstellen ein neues Kostüm mit alten Materialien oder Reststücken mit verschiedenen Techniken, Silhouetten und Veredelungen. Für diesen Workshop werden die Teilnehmer*innen einige eigene Materialien mitbringen, die sie in ihrer Umgebung leicht finden können. Die Teilnehmer*innen bringen eine Nähmaschine mit und lernen, wie man Kostüme herstellt, mit und ohne Nähmaschine oder mit Materialien, die nicht genäht werden müssen. Die Teilnehmer*innen lernen jeden Schritt des Kostümentwurfs bis zum Ende mit Styling und Fotoshooting. Mithilfe alter Materialien lernen sie, wie man Kostüme herstellt wirtschaftlich und kreativ.

 

Aus vorhandenen Dingen Kostüme aufzuwerten (Recycling/Upcycling) ist auch ein kreativer Prozess um nachhaltig und recourcenschonend mit Materialien umzugehen. Kurssprache ist Englisch, aber keine Angst, bei Bedarf übersetzen wir für euch auf Deutsch.

 

Foto: Jörn Fröhlich

Cansu İncesu ist eine Modedesignerin mit Erfahrung in Couture, High Fashion und Fast Mode-, Kostüm- und Bühnengestaltung für Theater, Visual Merchandising im Modehandel und visuellen Design. Ihren Abschluss absolvierte sie an der Fakultät für Wirtschaft, Bildende Kunst und Design der Universität Izmir und arbeitete im Anschluss in der Mode-und Textildesignabteilung als Visual Merchandiser bei KOTON Mode Izmir, Türkei, als Druckdesignerin bei der Farbtextilfirma Izmir, Türkei und als Kollektionsdesignerin bei Espacio Izmir, Türkei. Seit 2014 arbeitet Cansu İncesuals freiberufliche Designerin in der Türkei und als Gastdesignerin in Deutschland als Bühnen-und Kostümdesignerin  für Theater, Visual Merchandising im Modehandel, Mode Design und visuelles Design für Unternehmen.

 

Werkstatt 3: Kindheit und Spiele – Los*Spielen

 

Referent: Christel Gbaguidi

 

BDAT-Fortbildungsprogramm: Theaterformen V
Grundlagenkurs

 

Diese Theaterwerkstatt vermittelt den Teilnehmer*innen die Spiele der beninischen Kindheit. Hierzu werden die Teilnehmer*innen ihre eigene Spiele zeigen und gemeinsam durch die Art und Weise des Biografischen Theater eine Erzählform für die Finale Performance des Seminars herausfinden und inszenieren. Welche Erzählformen stehen uns zur Verfügung? Wie werden Kindheitsspiele mit biografisch generiertem Material als Text in Handlungen auf einer Bühne umgesetzt oder inszeniert? In welchem Verhältnis steht hierzu der Gesang und das Bühnenbild? Welche Verhältnisse haben die Körper der Teilnehmenden in einem Raum, in dem es nur um Kindheit und Spiele geht. Christel Gbaguidi, erfahrener Theaterpädagoge und Regisseur, führt sie in die speziellen Techniken sowohl des Biografischen Theater als auch in die Spiele aus Benin ein und ermöglicht erste Erfahrungen oder auch eine Vertiefung von Kenntnissen beim Theaterspiel mit Kindern auf einer Bühne.

 

Foto: Miguel Gomez

Christel Gbaguidi stammt aus Bénin und lebt in Berlin. Er ist Senior Consulting of Cultural Education and Policy and Management und Gründer der internationalen Beratungs- und Künstlervermittlung CHRISTEL GBAGUIDI – ArtFrika Consulting (CGAC), der Beninischen soziokulturellen Organisation Arts Vagabonds Rezo Afrik Benin und der Initiative Arts Vagabonds. Als ausgebildeter Schauspieler, Theaterpädagoge (M.A., UDK Berlin), Theaterregisseur und Experte für das Biografische Theater, engagiert er sich seit 15 Jahren für die Anliegen von Jugendlichen, Flüchtlingen und Migranten in unterschiedlichen künstlerischen Projekten mit entwicklungspolitischem Ansatz. Seit August 2017 ist er im Vorstand des Weltverbands des Amateurtheater AITA/IATA. Christel Gbaguidi möchte es Kindern und Jugendlichen ermöglichen, sich durch das Theaterspiel zu zeigen, sich weltweit zu vernetzen, um so die Welt mitzugestalten.

 

Werkstatt 4: Los*Schlagen – Bühnenkampf

 

Referentin: Katrin Klewitz

 

BDAT-Fortbildungsprogramm: Theaterformen V
Aufbaukurs für Fortgeschrittene

 

Wie kann man die Grenze zwischen Liebe und Hass in einem Kampf darstellerisch aufheben? Welche „grenzenlosen“ Möglichkeiten bietet ein und dieselbe Choreografie? Nachdem die Grundtechniken des „Unarmed Combat“, des „waffenlosen Kampfes“ erlernt wurden, werden Antworten auf diese und weitere Fragen gesucht. Wann ist die sprichwörtliche „Grenze“ erreicht, die man besser nicht überschreitet? Besteht da ein Unterschied zwischen „Charakter“ und „Schauspieler“? Wann beginnt ein Kampf und warum? Wie gestalte ich den „Soundtrack“ eines Kampfes? Wie erzählt der Schauspieler die Geschichte?

 

Foto: Dominik Kappelmeier

Die Kampfchoreografin Katrin Klewitz wurde 1981 in Ingolstadt geboren. Als Jugendliche absolvierte sie in München eine Schauspielausbildung. Mit 24 Jahren ließ sie sich in England zur Kampfchoreografin ausbilden. 2008 wurde für sie eine Dozentenstelle für Bühnenkampf und Rollenarbeit an der Hochschule in Karlsruhe geschaffen. Sie entwirft Choreografien für Opern und Theaterstücke und hält Seminare u. a. an der TU München im Bereich Konfliktmanagement. Zudem ist sie Fahrlehrerin. 2019 schloss sie in der Wildnis Afrikas ihre Ausbildung zum „Professional Field Guide“ ab. Im Juni 2020 erscheint ihr Buch „So sehen Siegerinnen aus“ bei Lübbe. Es zeigt Lösungen auf, Konflikten souverän mit (Körper-)Haltung zu begegnen und als Wachstumschance zu erkennen.

 

Werkstatt 5: Los*Lassen Konflikte und Grenzen

 

Referenten: Elisabeth Aguilera Fariñas & Rafael Martínez Rodríguez

 

BDAT-Fortbildungsprogramm: Theaterformen I
Aufbaukurs für Fortgeschrittene

 

In diesem Workshop geht es um das Ausloten von Grenzen im Spiel. Dabei erforschen wir sowohl physische Grenzen, als auch Grenzen der Vorstellungskraft. Wir wollen die gewohnte „Komfort-Zone“ verlassen. Wo sind Grenzen? Gibt es überhaupt welche? Wir improvisieren Situationen, die einen dramatischen Konflikt erzeugen. Wie und warum entscheidet sich der/die Schauspieler*in innerhalb eines Konfliktes? Im Zusammenhang mit Kinder-und Jugendtheater ist dabei interessant, inwieweit die Kinder und Jugendlichen außerhalb des Einflusses von Erwachsenen wahre Protagonisten*innen ihrer eigenen Geschichten sind. Dieser Kurs wendet sich an fortgeschrittene Spieler*innen, Spielleiter*innen und Theaterpädagogen. Kurssprache ist spanisch, aber keine Angst, bei Bedarf übersetzen wir für euch auf Deutsch.

 

Foto: Elizabeth Aguilera Fariñas

Elizabeth Aguilera Fariñas, Schauspielerin und Gründerin des Theaters Teatro sobre el camino. Bachelor-Abschluss in Theaterpädagogik vom Pädagogischen Institut Félix Varela. Sie hat an nationalen und internationalen Festivals in Kuba, Deutschland und Belgien teilgenommen. Derzeit ist sie Mitglied des Vereins „Hermanos Saiz“.

 

Rafael Martinez Rodriguez, Schauspieler, Dramatiker und Regisseur. Gründer des Theaters Teatro sobre el camino. Er hat Schauspiel und Philologie an der Kunsthochschule in Havanna und an der Universität Marta Abreuin Las Villas studiert. Er hat an nationalen und internationalen Festivals in Kuba, Kolumbien, Deutschland und Belgien teilgenommen.

 

Werkstatt 6: Los*Legen Theaterpädagogik

 

Referentin: Katrin Janser

 

BDAT-Fortbildungsprogramm: Theaterpädagogik

Grundlagenkurs

 

In diesem Workshop schauen wir erstmal die Definitionen der Theaterpädagogik an. Was bedeutet es für uns und wie definieren andere diesen Begriff? Welches Knowhow muss ein/eine Theaterpädagog*inhaben? Wann ist er/sie Dramaturg*in, Schauspieler*in, Regisseur*in und wann einfach eine Bezugsperson? Wie starte ich mit einer neuen Gruppe? Welche Möglichkeiten habe ich als Theaterpädagog*in, Wissen durch das Medium Theater zu vermitteln? Wie arbeite ich mit den verschiedenen Altersklassen? Theater zu spielen und Theaterprojekte anleiten erfordert künstlerische, pädagogische und kommunikative Kompetenzen. Lasst uns das in diesem Workshop gemeinsam erforschen, unsere Spielerfahrung reflektieren, unsere Kompetenzen schärfen und unseren Theaterrucksack mit neuen Übungen und Erfahrungen füllen.

 

Foto: Mikael Fors Janser

Katrin Janser ist Co-Leiterin beim Kinder-und Jugendtheater Turgi, arbeitet als Regisseurin für Amateur- und Profiensembles und gibt Rollencoachings für professionelle Schauspieler. Seit dem Jahr 2000 arbeitet sie kontinuierlich mit diversen Kinder- und Jugendgruppen, um Eigenproduktionen zu entwickeln. Sie arbeitet an diversen Schulen als Lehrerin für Theaterimprovisation und Rhythmik, gibt Module an diversen Universitäten und Fachhochschulen, arbeitet international und hat bereits Workshops in den USA,  Asien, Europa und Südamerika geleitet und durfte die Schweiz am Projekt Voices for a better World in der Royal Albert Hall London sowie dreimal am internationalen Impro Festival Chicago vertreten. Zudem war sie Gastspielerin und Dozentin am internationalen Theaterfestival Rio. Momentan amtet sie als Präsidentin der Europäischen Jugendtheater Treffen EDERED (Europarat Strassburg), ist im Vorstand des Zentralverbandes Schweizer Volkstheater und im künstlerischen Beirat des Europäischen Theaterhauses Lingen.

 


 

Das bleibt neu: Zum ersten Mal haben wir 2019 in unserer Multiplikatorenfortbildung unser neues Abschlussformat „Team-Teaching“ ausprobiert, das wir auch in diesem Jahr beibehalten wollen. Wir stellen die Tools und Ideen, die die Workshopleiter*innen ihren Teilnehmer*innen vermittelt haben, in den Vordergrund. Anders als in den Vorjahren werden wir also keine Abschlusspräsentationen der einzelnen Workshops sehen. Hingegen bilden wir zum Ende hin mit den Teilnehmer*innen der unterschiedlichen Workshops „Super-Gruppen“, in welchen alle Themenbereiche vertreten sind. Die Aufgabe wird sein, das frisch Gelernte innerhalb dieser „Super-Gruppen“ an die anderen zu vermitteln, sodass jede*r einen Eindruck von allen Workshops bekommen kann. Damit kann bereits vor Ort geübt werden, wie man die neuen Kenntnisse zu Hause in den eigenen Gruppen zeigen und umsetzen kann.

 

Zur Präsentation eigener und besonderer Ideen und Formate behalten wir selbstverständlich die „Offene Bühne“ bei! Wenn Ihr etwas Kreatives habt, das Ihr vorstellen wollt, etwas, das endlich in die Welt posaunt werden muss, dann meldet Euren Beitrag zur Offenen Bühne in der Anmeldung gleich mit an! Wir freuen uns beispielsweise über theatrale, musikalische, komödiantische Beiträge, aber auch über Stand-Up ́s, Lesungen, Prosa, Lyrik, Tanz, Zauberei, Jonglage und Artistik. Auch spontane Beiträge, die nicht in ein spezielles Genre zu zwängen sind, werden wir vor Ort gerne berücksichtigen.

 

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